Die Flüsse fließen auch in uns


Im August 2025 fand das Projekt “Die Flüsse fließen auch in uns” unter der Leitung von Annegret Finck an der Schwentine in Schleswig-Holstein statt. Von der Quelle am Bungsberg bis zur Mündung in die Kieler Förde und an die Ostsee wanderte eine Gruppe von bis zu 9 Menschen in 13 Tagen zu Fuss und mit Kanus an und auf dem Wasser. Angeleitete Räume verbanden die Gruppe mit den Flüssigkeiten wie Blut und Lymphe im eigenen Körper (BodyMindCentering®) und mit dem Wasser in der Landschaft. In verschiedenen kleinen Ritualen und Übungen sowie durch die Reise selst wurde die Verbindung zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Mitwelt gestärkt.

Route und Ziel

Im August 2025 fand das Projekt “Die Flüsse fließen auch in uns” unter der Leitung von Annegret Finck mit Unterstützung von Sarah Schöne und einer wundervollen Gruppe an der Schwentine in Schleswig-Holstein statt. Von der Quelle am Bungsberg bis zur Mündung in die Kieler Förde und an die Ostsee wanderte eine Gruppe von bis zu 9 Menschen in 13 Tagen zu Fuss und mit Kanus an und auf dem Wasser. Sie wanderten begleitet von der Frage “ Was unterstützt uns präsent zu sein mit dem was ist?” Der Fokus lag hierbei auf dem wach sein mit dem Wasser in und um uns und der Gestaltung einer liebevollen, bewussten Kultur des Miteinanders, auch mit der umgebenden Natur. Angeleitete Räume verbanden die Gruppe mit den Flüssigkeiten wie Blut und Lymphe im eigenen Körper (BodyMindCentering®) und mit dem Wasser in der Landschaft. In verschiedenen kleinen Ritualen und Übungen sowie durch die Reise selbst wurde die Verbindung zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Mitwelt gestärkt.

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Elemente


Müll und Kunst


Eineinhalb Jahre nach der Antragstellung hat sich die Vision verfeinert: Müll sammeln wurde zum bewussten Beitrag und gelebter Dankbarkeitspraxis für die Schönheit der Natur – wir verließen jeden Ort, an dem wir rasteten, sauberer als wir ihn vorgefunden hatten. Kunst entstand nicht geplant, sondern organisch: durch einen künstlerisch gestalteten Ablauf, gemeinsames Singen für Natur und Wasser, und Momente der spontanen kreativen Ausdrucksfreude. Wir beobachteten den Zustand der Schwentine von der Quelle bis zu Mündung und nahmen uns Zeit uns berühren zu lassen, sowohl von der Schönheit und Klarheit als auch von den wenigen, häufig stadtnahen, dreckigen oder zugebauten Uferbereichen. Das Bewegen und Verarbeiten des Erlebten entstand in dieser Gruppe nicht wie geplant durch externe Kunst sondern mehr durch Gespräche und körperlichen Ausdruck.

Zuwendung nach Innen


Angeleitete Räume mit Body-Mind Centering® verbanden uns mit den Flüssigkeiten in uns und um uns herum. Die Stille auf dem Wasser, das Schaukeln im Boot, das Nickerchen im Schatten – all das lud von selbst zur Innenkehr ein. Es gab bewegende Momente – manchmal mit Tränen –, in denen Selbstkontakt Konflikte ans Licht brachte und gleichzeitig half, sie zu lösen. Kleine Rituale auf Wasser und an Land verankerten Achtsamkeit in alltäglichen Gesten.

Zuwendung zur Mitwelt


Diese innere Achtsamkeit öffnete auch den Blick für die Außenwelt – besonders an Schnittstellen zwischen unserer Ruhe und der lauten Welt. Ein eindrückliches Beispiel: der Besuch auf einem Jugend-Sommercamp – unsere Gruppe, noch ganz in der Stille des Wassers und des letzten Ritualsteins*, der im See versank, traf auf laute Musik und hunderte Jugendliche. Doch statt Überforderung entstand Gelassenheit – dank der gemeinsamen Praxis, die uns getragen hat.

*Eine älter Frau hat uns auf diese Reise gesegnete Ritualsteine mitgegeben. Jeden Abend haben wir einen Stein in unserer Runde kreisen lassen und einander gelauscht und still bezeugt was uns an diesem Tag bewegt hat und was uns unterstützte präsent und verbunden zu sein. Dann nahm ein Mitglied der Gruppe den Stein mit in die Nacht um ihn am nächsten Tag auf dem Weg ins Wasser zugeben.

Lebensprozesse und Wir-Kultur


Die Kreiskultur war zentral: strukturierte Redekreise ermöglichten tiefe, achtsame Gespräche. Körperliche Partnerübungen schulten Vertrauen und Verbindung – subtil, aber kraftvoll. Viele fühlten sich in diesen Tagen freier, auch Fremde anzusprechen und sie teilhaben zu lassen an unserem Erleben und zuzuhören– oder einfach wieder wie Kinder im Gras zu rollen, wilde Kräuter zu riechen und zu schmecken. Die Reise unterstützte ein Zurück zur Sinnlichkeit und zum spielerischen Erleben des Lebens.

Mit einer breiten Palette an Methoden entschieden wir flexibel, was im jeweiligen Moment passte: Sollten wir uns sammeln – oder erst einmal auseinanderstreuen? Forschend, mit offenem Geist und gegenseitiger Unterstützung trugen wir uns – auch bei Wellen und Sturm auf dem Plöner See – durch Momente von Spannung und Leichtigkeit, Konflikte und Verbindung. Immer wieder schufen wir Begegnungsräume, in denen das „Wir“ lebendig wurde.

Finanzen

Wir bedanken uns für die Förderung durch die Monika Bonnen Stiftung in Höhe von 1200 € (beantragt 1500 €). Vielen Lieben Dank!!!
Zusätzlich gab es eine zweckgebundene Spende für das Projekt in Höhe von 525 € und 571€ Teilnehmendenbeiträge. Die Kanus, einige Übernachtungskosten,einiges Essen und viele Kleinigkeiten wurde von Teilnehmenden, Verwandten und Menschen, aus der Nähe der Schwentine zu Verfügung gestellt.
Summe Einnahmen: 2296€

Ausgabe
Leitung (Annegret Finck) und Co-Leitung (Sarah Schöne): 1244€ +345 €
Übernachtung auf dem Koppelsberg: 647€
Verwaltungskosten Ideenhoch drei: 60 €
Summe Ausgaben: 2296€

Ankunft am Meer

Am Ende der Reise sind wir in der Kieler Förde angekommen. Lange war diese Reise geplant. Sie war anders, als wir uns hatten vorstellen können. Manchmal ruhig wie der Kellersee im Mondschein, nach dem ersten unendlich lang scheinende Tag mit den Kanus, manchmal tief wie der Plöner See und manchmal aufwühlend und kräftezehrend wie der Sturm in der Mitte unserer Reise. Und dann fließt alles ins Meer, und für uns am ENDE der Reise in eine Zeit von Stille , Weite und Dankbarkeit. Für die Weggefährten, die Begegnungen, fürs Ankommen, für das Wasser in und um uns. Vielen Dank noch einmal für Eure Unterstützung. Sie hat Mut gegeben loszugehen und uns dem Wasser zuzuwenden, seinem Fließen und seiner Gesundheit in und um uns, und an Kulturgestaltung, die verbindet, zu forschen.

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